Sylvester 2011/2012

Lemförde

Thema: Das war 2011.

Das erwartet uns in 2012.

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        Liebe Schwestern und Brüder, Pastor Stephan Schwegmann

 

 
 

 

1.    Einleitung

 

Wir schreiben das Jahr 2012.

 

Gestern stand noch die Zahl 2011 auf dem Kalender.

 

Viele von uns denken in diesen Tagen über das alte Jahr nach:

 

#      Wie war das Jahr ?

 

-       Für unsere Familie ?

-       Für uns persönlich?

 

-       Für unsere Kirchengemeinde ?

 

 

2.    Das war 2011

 

Für unsere Kirchengemeinde war das Jahr 2011 ein besonderes Jahr.

 

Wenn man so will, dann kann man sagen, dass unsere Kirchengemeinde im Laufe ihrer Geschichte bisher drei sehr große Kraftanstrengungen aufgebracht hat.

 

Das betrifft den Bereich von Einsatz und Engagement.

Und das betrifft auch den finanziellen Bereich.

 

Nach dem Krieg kamen Vertriebene aus Schlesien hier an den Dümmer.

 

Die meisten kamen aus dem Dorf Bockau.

 

->>   Sie sind die Gründungsväter und Gründungsmütter unserer                           Kirchengemeinde.
 

Sie mieteten sich eine alte Scheune und bauten diese als Kapelle um.

So hatten die Menschen einen Ort zum Beten, einen Ort, um die Heilige Messe zu feiern.

 

1985 wurden in einer großen Kraftanstrengung die Kirche und das Pfarrhaus gebaut.

Eine wunderschöne Kirche, über die wir uns noch heute sehr freuen.

 

Und im letzten Jahr 2011 haben wir nun ergänzt, was noch fehlte:

 

Wir haben 2 Gemeinderäume und eine Küche angebaut.

 

Das war eine große Kraftanstrengung für unsere ganze Gemeinde:

 

->     Schwester Irmhild und Schwester Maria hatten ein Jahr lang fast
        keine ruhige Minute.

 

->     Der Kirchenvorstand hat das Ganze überlegt und begleitet.

 

->     Die Putzgeschwader haben tonnenweise Staub beseitigt.

 

->     Und viele, viele andere haben durch ihre Arbeit und durch ihre Spenden    

        geholfen.

 

Am 1. Adventssonntag durften wir in einer wunderschönen Feier mit Generalvikar Theo Paul das neue Gemeindehaus einweihen.

 

->>   Wir dürfen uns freuen, dass das neue Gemeindehaus schon mit viel
        Leben gefüllt wird, und sich die Gruppen darin Wohlfühlen.         

 

       Wenn ich an das Jahr 2011 denke, dann denke ich auch an unsere
       Hospizarbeit:       

 

       Frau Silke Hülsmann, unsere Schwestern und alle ehrenamtlichen

       Hospizhelferinnen und -helfer haben viele Menschen auf ihrem
       letzten Weg begleitet.

 

       Viele Familien wurden unterstützt und begleitet,
       in denen ein Mensch am Sterben war.

 

       Die Trauergruppe von Schwester Irmhild ist vielen eine Hilfe und ein
       ganz  wichtiger Ort.

 

        Die Ökumene war auch im Jahr 2011 ein ganz wichtiger Akzent<

        unserer Gemeindearbeit.

 

->>   Es ist wirklich das Miteinander von Geschwistern im Glauben.

 

-       die Taizégebete

-       der Teichgottesdienst

-       St. Martin

-       und vieles andere

 

->>   Gemeinsam leben wir unseren Glauben.

 

        Gemeinsam geben wir Zeugnis für Jesus Christus.

 

Das sind einige Höhepunkte des Jahres 2011.

 

Es hätte kein Ereignis und keine Veranstaltung gegeben, wenn sich nicht ganz viele Menschen aus unserer Gemeinde engagieren würden.

 

Ganz viele von Ihnen setzen sich für Gott und für unsere Gemeinde ein.

 

Sie geben:

 

Zeit

Ideen

Ihre Fähigkeiten

Liebe

Und ganz viel Herzblut.

 

 

->>   Dafür möchte ich Ihnen auch an dieser Stelle ganz herzlich danken.

 

Danken möchte ich auch unserem pastoralen Team:

 

ú       Schwester Maria und Schwester Irmhild sind ganz nahe bei den         Menschen.

        Vor allem bei den Kranken und bei den Sterbenden.

 

ú       Silke Hülsmann engagiert sich vor allem in der Kinderstufenarbeit
        und in der Hospiz-Arbeit.

        Sie macht das mit ganz viel Energie, mit Liebe und mit Leidenschaft.

 

ú       Marlies Stertenbrink stellt ganz viel mit den Jugendlichen auf die Beine.

 

        Die Firmgruppe ist ein ganz toller und lebendiger Kreis.

 

3.    Was mir Sorgen und mich nachdenklich macht

 

 

Liebe Schwestern und Brüder,

 

Wenn ich auf unsere Gemeinde schaue, dann sehe ich aber nicht nur Licht.

 

Ich sehe auch manches, was mich nachdenklich macht.

Und auch ein wenig ratlos.

 

Es ist ganz offensichtlich:

 

Unsere Kirchen werden immer leerer.

 

Das betrifft Lemförde.

Und es betrifft unser ganzes Land.

 

Das heißt nicht, dass sich die Menschen von Gott abwenden.

 

Viele Christen beten.

Sie gestalten ihren Alltag als Christen.

 

->>   Aber sie gehen selten zum Gottesdienst.

 

Das macht mich ratlos.

 

Weil ich glaube, dass die Heilige Messe etwas ganz Besonderes ist:

 

->     In jeder Heiligen Messe haben wir eine besonders tiefe
        Gemeinschaft  mit Jesus Christus.

 

->     In jeder Heiligen Messe merken wir, dass wir zur Kirche gehören.

 

        Wir sind nicht alleine als Christen.

 

        Die Gemeinschaft ermutigt uns.

        Inspiriert uns.

        Und stellt uns auch in Frage.

 

Jesus selbst hat uns aufgetragen, zum Gottesdienst zu gehen.

 

Er hat gesagt:

 

„Tut dies zu meinem Gedächtnis.“

 

 

Doch viele Christinnen und Christen nehmen diese Einladung nur noch selten an.

 

4.    Ausblick auf 2012

 

 

        Liebe Gemeinde,

 

        auch im neuen Jahr 2012 warten viele Höhepunkte und
        Besonderheiten auf uns:

 

§      In der Fastenzeit werden wir an drei Sonntagen eine Predigtreihe halten.

 

        Dort wird es um die Themen gehen:

 

        Warum glauben?

        Warum Christ ?

        Warum katholisch?

 

§      Das neue Jahr 2012 wird in unserer Kirchengemeinde von einer
        Aktion geprägt werden:

 

        Wir wollen gemeinsam ein „Jakobstuch“ erstellen.

 

        Unsere Kirche wird von der Himmelsleiter und von Jakob geprägt,
        der hier unter dem Altar träumt.

 

        Im neuen Jahr wollen wir uns mit der Geschichte von Jakob beschäftigen.

        Wir wollen in den Gruppen darüber sprechen.

 

        Und alle Gruppen sollen dann ein kleines Tuch gestalten.

        Die vielen kleinen Tücher werden dann zu einem großen
        Jakobstuch zusammengenäht.

       

        ->>   Beim Pfarrfest wird das Jakobstuch vorgestellt.

 

§      Apropos Pfarrfest:

 

        Das ist auch etwas Besonderes im Jahr 2012.

 

        Wir wollen das Pfarrfest in diesem Jahr zum ersten Mal nicht
        Am Espohl feiern, sondern hier, rund um unsere Kirche.

 

        Am Espohl war es immer sehr schön, und wir sind dankbar,
        dass wir dort immer willkommen waren.

 

        Aber nun haben wir ein Gemeindehaus, und da ist es schön,
        wenn wir das Gemeindefest auch bei uns feiern.

 

 

 

§      Am 11. Mai kommt Bischof Franz-Josef zur Visitation und zur Firmung
        nach Lemförde.

 

        Dann besteht die Gelegenheit, auch persönlich mit unserem Bischof
        ins Gespräch zu kommen.

 

§      Im neuen Jahr wollen wir einen neuen Familienkreis gründen.

 

        Es gibt bei uns erfreulich viele Taufen.

        Und nun möchten wir die Familien einladen, gemeinsam einen         Familienkreis aufzubauen.

 

5.    Mit Gott in das neue Jahr

 

Liebe Schwestern und Brüder,

 

das ist ein kurzer Ausblick auf das neue Jahr 2012.

 

Wir dürfen in das neue Jahr mit ganz viel Gottvertrauen gehen.

 

Alfred Delp sagt:

 

„Lasst uns dem Leben trauen,

weil Gott es mit uns lebt.“

 

Über das neue Jahr 2012 möchte ich einige Gedanken stellen, mit denen sich im Moment über 30.000 Jugendliche in Berlin beschäftigen.

 

In Berlin findet im Moment ein Internationales Jugendtreffen statt.

Organisiert von den Brüdern von Taizé.

 

Die Jugendlichen beten in diesen Tagen zusammen.

Und sie sprechen zusammen.

Über ihr Leben, über ihre Träume, über ihren Glauben.

 

Der Prior der Gemeinschaft von Taizé ist im Moment ein Deutscher, Bruder Alois.

 

Er hat einen „Brief aus Taizé“ geschrieben,
mit dem sich die Jugendlichen beschäftigen.

 

Der Brief ist überschrieben mit der Überschrift:

 

Auf dem Weg zu einer neuen Solidarität.

 

In diesem Brief legt Bruder Alois den Jugendlichen vor allem drei Dinge ans Herz:

 

Vertrauen

Glauben

Und Solidarität.

 

Ich glaube, dass das auch für uns und für unsere Gemeinden drei gute Perspektiven sind für das neue Jahr.

 

Bruder Alois schreibt über das Vertrauen:

 

Ist nicht der Zeitpunkt gekommen, die Quellen des Vertrauens noch mehr freizulegen, um neue Solidarität zu schaffen?

Kein Mensch, keine Gesellschaft kann ohne Vertrauen leben.

Die Wunden missbrauchten Vertrauens hinterlassen tiefe Spuren.

Vertrauen ist nicht blinde Naivität, es ist kein leichthin gesagtes Wort, es geht aus einer Entscheidung hervor, es ist Frucht eines inneren Kampfes.

Jeden Tag sind wir aufgerufen, neu den Weg von der Besorgnis zum Vertrauen zu gehen.

 

In diesem Brief aus Taizé schreibt Bruder Alois über den Glauben:

 

Der Gaube besteht nicht in erster Linie darin, Wahrheiten zu akzeptieren, sondern in einer Beziehung zu Gott.

Er ruft uns auf, uns dem Licht Gottes zuzuwenden.

Der Glaube an Gott versklavt nicht,
erstickt auch nicht die persönliche Entfaltung.

Er macht frei: frei von Furcht, frei für ein Leben im Dienst an den Menschen, die Gott uns anvertraut.

 

Über die Solidarität schreibt Bruder Alois:

 

Neue Solidarität kommt durch eingewurzelte Überzeugungen in Schwung:

Dazu gehört die Notwendigkeit miteinander zu teilen.

Dies ist ein dringendes Anliegen, das die Glaubenden verschiedener Religionen vereinen kann, und auch die Glaubenden mit den Nichtglaubenden.

 

Liebe Gemeinde,

 

Das sind drei Wegweiser für das neue Jahr:

 

Vertrauen

Glauben

Solidarität

 

Ich wünsche Ihnen und unserer Kirchengemeinde ein gutes und gesegnetes neues Jahr 2012.