Predigt am 1. Adventssonntag 2011
Lesejahr B

Thema: „Kehre zurück." (Jes 63,17)

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Liebe Kinder,

Liebe Schwestern und Brüder,

Pastor Stefan Schwegmann

 

1. Bild auf der Titelseite

Die 1. Seite, vorne auf unserem Kirchenschiff,
ist in dieser Woche ungewöhnlich gestaltet.

Wir sehen eine Karikatur.

Ein Bild.

Auf dem Bild verschiedene Menschen.

Und darunter die Worte:

„Auf der Suche."

Wir sehen verschiedene Menschen.

Sie alle sind auf der Suche.

Und wenn wir genauer hinschauen, dann wird deutlich:

Sie alle suchen Gott.

- Bild beschreiben –

Es wird deutlich:

Es gibt viele Wege, um Gott zu suchen.

Gott lässt sich an verschiedenen Orten finden.

Wenn ich mir die Karikatur insgesamt anschaue, dann wirken die Menschen:

Nachdenklich.

Überlegt.

Gefasst.

2. Jesaja ringt mit Gott

Liebe Gemeinde,

in der Lesung haben wir von einem gehört, der ist überhaupt nicht gefasst.

Es geht um den Propheten Jesaja.

Jesaja hat den Eindruck, dass sich Gott von dem Menschen entfernt hat.

Und das aus gutem Grund:

Die Menschen haben sich nicht um Gott gekümmert.

Sie haben so gelebt, als wenn es keinen Gott gäbe.

Doch der Prophet will das nicht zulassen.

Er will Gott nicht gehen lassen.

Er fordert Gott ein.

->> Jesaja ringt mit Gott.

Jesaja kämpft mit Gott.

Leidenschaftlich.

Zäh.

->> Jesaja weiß:

Es geht um alles.

Jesaja fragt:

Warum, Gott, lässt Du es zu, dass wir untreu sind?

Warum lässt Du es zu, dass wir ohne Gott leben?

Warum?

Und dann ruft Jesaja in die Finsternis.

Es ist wie ein Schrei:

Kehre zurück um Deiner Knechte willen,

um der Stämme willen, die Dein Eigentum sind.

Reiß doch den Himmel auf, und komm herab.

Das sind Imperative.

Das ist wie ein Kind, das nach seiner Mutter schreit.

Wie ein Kranker, der nach dem Arzt schreit.

Wie ein Sterbender, der nach Gott schreit.

Und dann wird deutlich:

Der Prophet Jesaja ringt, und betet und kämpft mit Gott, weil er Vertrauen zu Gott hat.

Er betet:

Und doch bist Du, Herr, unser Vater.

„Unser Erlöser von jeher" wirst Du genannt.

3. Andreas Knapp: Gott sucht uns

Liebe Schwestern und Brüder,

der Dichter und Ordensmann Andreas Knapp hat ein Gedicht über die Suche nach Gott geschrieben.

Dieses Gedicht möchte ich uns vorlesen.

Andreas Knapp schreibt:

ist unser Suchen nach Gott

vielleicht die Weise, wie Er uns auf der Spur bleibt,

und unser Hunger nach IHM das Mittel,

mit dem ER unser Leben nährt

Ist unser irrendes Pilgern

das Zelt, in dem Gott zu Gast ist

und unser Warten auf IHN

sein geduldiges Anklopfen

Ist unsere Sehnsucht nach Gott

die Flamme seiner Gegenwart

und unser Zweifel der Raum

in dem Gott an uns glaubt

 

Liebe Gemeinde,

der Dichter Andreas Knapp dreht das Ganze um.

Er sagt:

Es ist Gott, der sucht.

Gott sucht uns.

Gott geht Dir nach.

Gott hat Sehnsucht nach den Menschen.

4. Fazit

Liebe Schwestern und Brüder,

die Adventszeit ist eine besondere Zeit.

->> Es ist eine Zeit, in der Gott uns besonders sucht.

Der Advent ist eine Zeit, in der Gott viele, viele Male an unsere Tür klopft.

Aber oft überhören wir das Klopfen.

Es ist zu laut um uns herum.

Zu laut in uns.

Es ist zu stressig.

->> Oder wir sind gar nicht bei uns selbst zu Hause.

Der Künstler Karl Valentin hat das einmal so gesagt:

„Heut Abend besuch ich mich.

Ich hoff, dass ich daheim bin!"

Und so ergeht es Gott ganz oft:

Er steht umsonst vor unserer Tür.

Er klopft an, aber wir sind nicht bei uns selbst zu Hause.

Liebe Gemeinde,

diese beiden Worte möchte ich über die 1. Adventswoche stellen:

Das Ringen mit Gott:

Reiß doch den Himmel auf, und komm herab,

so dass die Berge zittern vor Dir.

Und das Warten auf Gott:

Du musst bei Dir sein.

Bei Dir zu Hause sein, damit Gott Dich finden kann.

Amen